3 Fragen an...

Mag. Bettina Ehgartner,

Pädagogische Leiterin und Prokuristin bei WIKI

 

 

 

1. Bettina, du hast die pädagogische Leitung vor knapp einem Jahr übernommen. Wie erlebst du die tägliche Arbeit bei WIKI?

 

Es ist schon etwas ganz Besonderes hier im Unternehmen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind auf eine Art und Weise mit Engagement dabei, wie ich es von „normalen“ Unternehmen aus der Privatwirtschaft nicht kenne. Es gibt hier wahnsinnig viele Menschen, die ihren Beruf aus Überzeugung und mit Herzblut gerne machen. Ich erfahre hier tagtäglich, dass Beruf und Berufung unmittelbar zusammenhängen. Es ist für mich ein Privileg, in so einem Umfeld mit so vielen unterschiedlichen Kolleginnen und Kollegen arbeiten zu dürfen. Außerdem heißt es damit bei mir auch „Back to the roots“: Vor über 20 Jahren habe ich selbst als Kindergartenpädagogin in dieser spannenden, verantwortungsvollen, aber durchaus auch sehr fordernden Tätigkeit gearbeitet.

 

 

 

 

2. „Gemeinsam die Welt erleben. Kinderbetreuung mit Verantwortung.“ Was braucht es, um Kinder in ihrer individuellen Entwicklung bestmöglich begleiten zu können?

 

Diese Frage stellen sich Pädagoginnen und Pädagogen und natürlich auch die Politik seit vielen Jahrzehnten. Auch, wenn die individuelle Förderung und Unterstützung des Kindes im Bildungsrahmenplan fix verankert ist, glaube ich, dass das die herausforderndste Aufgabe darstellt.

Schon vor längerem hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Es wird immer deutlicher, dass man sich von der Idee, Kleinstkinder in Schubladen pressen zu wollen, verabschieden muss. Viele „Regeln“, wie Kinder sein sollen oder was sie lernen müssen, kommen aus Zeiten, in denen nicht pädagogisch-wissenschaftliche Erkenntnisse hinter den Anforderungen an Kinder standen, sondern andere Gründe. Erziehung kam meiner Meinung nach noch von „er-ziehen“. Es ging vordergründig um die Beaufsichtigung und nicht um die elementarpädagogische Bildung, wie sie heute gefordert wird.

 

Bei WIKI haben wir es uns zum Ziel gesetzt, die Kinder in all ihren Facetten und Bedürfnissen wahrzunehmen und zu fördern - ohne sie dabei zu überfordern! Und das ist durchaus eine „fordernde Aufgabe“ für uns: Bevölkerungsschichten sind in kaum einer weiteren Gruppe so heterogen wie in Krippen oder Kindergärten, dazu kommen unterschiedliche Bildungsniveaus, Herkünfte und Religionen sowie Sprachbarrieren, etc.  - die Anforderungen an unsere Kolleginnen und Kollegen sind also wirklich fordernd.

Aber wir haben im Fokus, dass wir mit den Kindern die Welt GEMEINSAM ERLEBEN dürfen und mit dem richtigen Blickwinkel gelingt unseren Kolleg_innen in den Einrichtungen tagtäglich eine verantwortungsvolle Betreuung, bei der vor allem eins nicht zu kurz kommt: die Freude J

 

 

 

 

3. Du hast selbst eine vierjährige Tochter, die in einem WIKI Kindergarten betreut wird. Hand aufs Herz: Bist du mit uns zufrieden? ;) 

 

Ganz ehrlich - mehr als das. Das einzige Problem, das wir haben, sind die täglichen Diskussionen, wenn Ella noch bleiben möchte und nicht einsieht, dass der Kindergarten bald schließt. :) Das Team ist einfach spitze und jeden Tag kommt Ella mit neuem Wissen heim, mit neuen Ideen, neuen Liedern und neuen Geschichten. Das Zusammenspiel aus klaren Regeln und Freiheit im Kindergarten finde ich wirklich toll. Ob Ella in den Turnsaal gehen darf, jausnen gehen möchte oder im Gang spielen will, entscheidet sie selbst - aber sie muss dafür auch ganz klare Regeln befolgen. Beim Tag der offenen Tür habe ich damals gesehen, wie die Kinder mit diesen für mich komplizierten Regeln umgehen und was für eine Entscheidungsfreiheit das auch für sie bedeutet - und das hat mich sehr beeindruckt.